Monday, July 7, 2014

Einsatz für iranischen Gewerkschafter

Die französischen Gewerkschaften CFDT, CGT, FSU, UNSA u.a. haben in einem Appell an den religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i darum gebeten, den seit 2010 inhaftierten Gewerkschafter Resa Schahabi aus der Haft zu entlassen und ihm eine angemessene medizinische Behandlung zu ermöglichen. Die Gewerkschaften haben sich bereit erklärt, für die Kosten seiner Behandlung in Frankreich aufzukommen. Sie weisen in ihrem Brief darauf hin, dass eine Fortführung der Haft dazu führen kann, dass Resa Schahabi einseitig gelähmt wird.


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Iran: In meiner Hand liegt die Freiheit oder die Hinrichtung



Mehdi Chas‘ali im Krankenhaus


Mehdi Chas‘ali, der wegen seiner Kritik am herrschenden Regime im Iran zum wiederholten Mal in Haft ist, wurde kürzlich ins Imam-Chomeini-Krankenhaus in Teheran verlegt. In einem offenen Brief kritisiert er das iranische Justizsystem, das jeder Vorstellung von einem fairen Prozess widerspreche. Der Richter führe gehorsam aus, was der Verhörbeamte verlange. So habe ihm der Verhörende gesagt: „In meiner Hand liegt die Freiheit oder die Hinrichtung.“

Mehdi Chas‘ali, der seinen Hungerstreik aus Protest fortführt, protestiert zudem gegen das unmenschliche Verhalten der Gefängniswärter, die ihn rund um die Uhr am Krankenbett bewachen und sich derart aufführen, dass er wegen ihres Verhaltens – seinen Angehörigen gegenüber – einen Herzinfarkt erlitt. Gestern, am 6.7.2014, zeigte sich erneut, wie berechtigt seine Kritik ist. Eine größere Zahl von Gefängniswärtern stürmte sein Krankenzimmer, um die Angehörigen zu vertreiben, nur seine Ehefrau durfte noch am Krankenbett bleiben.


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Iran: Erfane Keyhani statt Islam

Mohammad Ali Taheri ist ein politischer Gefangener im Iran. Er gilt als Begründer einer Weltanschauung namens „Erfane Keyhani“ (Welterkenntnis) oder „Erfane Halqe“ (Erkenntnis in Kreisen) und einer medizinischen Lehre namens Faradarmani. Ihm wurden im Iran u.a. ‚Beleidigung des heiliger Glaubensgrundsätze‘, ‚Vorspiegelung göttlicher Eingebung‘, Verkündung von Dingen, für die er nicht kompetent ist, und illegale Einmischung in die Medizin zur Last gelegt. Vergangenen Mittwoch (2.7.2014) wurde auch seine Ehefrau Siba Mohammadian verhaftet. Möglicherweise erhoffen sich die Behörden, damit Auskunft über andere gesuchte Anhänger dieser neuen Weltanschauung zu erlangen.

Laut einer Meldung aus gooya-news steht die Anschauung von Mohammad Ali Taheri in Zusammenhang mit Scientology, einer in den USA entstandenen Weltanschauung, die in Deutschland und Frankreich stark umstritten ist.


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Tuesday, July 1, 2014

Souveränität in Irakisch-Kurdistan

Masoud Barzani hat bekannt gegeben, dass in Kürze in der autonomen Region Kurdistan (Nordirak) ein Referendum durchgeführt werde. Alle Einwohner sollten gefragt werden, ob sie einen souveränen kurdischen Staat wünschten. Defakto gebe es bereits heute drei getrennte Gebiete im Irak. Es sei das natürliche Recht der Kurden einen eigenen unabhängigen Staat zu haben. Jetzt sei die historische Chance zur Verwirklichung dieses Wunsches.


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Iran schickt Waffen in den Irak

Am heutigen Dienstag hat der Amir Abdollahian, Stellvertreter des iranischen Außenministers, bekannt gegeben, dass es seitens des Irans keinen Plan gebe, militärische Kräfte in den Irak zu schicken. Der Irak habe genügend eigene Ressourcen mit seiner Bevölkerung. Bis jetzt habe der Irak vom Iran noch keine Waffenunterstützung gefordert. Sollte der Irak dies tun, würde der Iran aber Waffen schicken.


Die Realität sieht freilich etwas anders aus. Seit Beginn der Islamischen Revolution im Iran wurden erst unter Saddam Hussein die oppositionellen Schiiten und später, nach dem Sturz von Saddam Hussein die schiitische Regierung unter Maliki mit Geld, Waffen und militärischem Personal unterstützt.


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Iranische Opposition: der Führer fährt den Staat an die Wand

Die iranische Opposition lässt sich in zwei Gruppen unterteilen:

Da sind die einen, die Anhänger der Islamischen Republik sind, aber die Politik von Ajatollah Chamene‘i für falsch halten, und die anderen, die einen säkularen Staat fordern, in dem Politik und Religion getrennt sind.

Bezüglich des Erstarkens der ISIS im Irak ähnelt sich die Analyse beider oppositioneller Lager. Sie sehen den Grund darin, dass das irakische Regime mit seiner Unterdrückungs- und Hinrichtungspolitik den Boden dafür bereitet hat, dass jetzt eine radikale Bewegung groß geworden ist, die in so kurzer Zeit weite Teile des Westens und Nordens des Iraks unter ihre Kontrolle bringen konnte.

Beide Seiten sind sich einig, dass die von der offiziellen iranischen Seite vertretene Ansicht, die Ajatollah Chamene‘i deutlich zum Ausdruck gebracht hat, falsch ist. Es gehe nicht darum, dass auf der einen Seite die Bösen, die Terroristen, stehen, und auf der anderen Seite wir, die Guten.


Terrorismus – ein billiges Totschlag-Argument

Namentlich die Anhänger des Säkularismus weisen darauf hin, dass die Anwendung dieser falschen Analyse auf die Verhältnisse im Iran dazu führt, dass jede Form des Protests unter den iranischen Minderheiten, namentlich unter den iranischen Sunniten, als Terrorismus etikettiert werde und zu entsprechend harscher Verfolgung führe. Die Hinrichtungen der letzten Zeit unterstützen diesen Vorwurf. Auch wurden im Iran jüngst Angehörige von Inhaftierten, die nur wissen wollten, wo ihre Angehörigen inhaftiert sind und was mit ihnen geschehen ist, mit dem Vorwurf der Unterstützung des Terrorismus konfrontiert.

In einem kurdischen Dorf verdächtigten die Pasdaran einen Kurden, der bewaffneten kurdischen Organisation Peschwak Unterstützung gewährt zu haben. Daraufhin umzingelten die Pasdaran das ganze Dorf, holten sich den Kurden, richteten ihn hin, banden den Leichnam an ihrem Jeep fest und fuhren damit durchs Dorf. Das ganze nahmen sie auch noch als Film auf, um die Bevölkerung der ganzen Region einzuschüchtern.


Auch Heinrich Böll ein „geistiger Mittäter des Terrorismus“?

Was die staatliche Propaganda-Maschine mit dem Vorwurf des Terrorismus alles anrichtet, kann jeder, der sich an die 197o-er Jahre in der BRD noch erinnert, gut nachvollziehen. Damals wurde der Schriftsteller Heinrich Böll, der das Vorgehen des Staates in Zusammenhang mit Ulrike Meinhof und ihrer Gruppe kritisierte, vom CDU-Abgeordneten Friedrich Vogel als intellektueller Helfershelfer des Terrors bezeichnet, und der damalige Innenminister Hans-Dietrich Genscher erklärte in einem Interview:

„Es ist unbestritten, dass die Terroristen Unterstützung und Sympathie bei verschiedenen Leuten finden, nicht nur, dass man sie beherbergt, sondern auch dadurch, dass man ihre gewalttätigen Handlungen bagatellisiert oder beschönigt.“

Die Jagd nach den Sympathisanten war damals eine beliebte Tätigkeit von Medien und Politikern. Man kann sich leicht vorstellen, wie das mit den Mitteln des iranischen Staats aussieht.


Unterdrückung – die Saat des Extremismus

Die säkulare Opposition warnt davor, dass eine Fortführung dieser Politik, jeden Protest, jede Aktion, mit der die Minderheiten ihre Rechte einfordern, als Terrorismus zu brandmarken, zu einer Radikalisierung führen wird. Am Ende kann dies zu einer Spaltung des Landes und zum Zerfall des iranischen Staats führen. Um dies zu verhindern, sei es erforderlich, dass die demokratischen Kräfte sich zusammenschließen und die islamistische Regierung entmachten, um die Minderheiten auf demokratischem Weg einzubinden.


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Monday, June 30, 2014

Iran: Pasdaran erschießen Bauern

In Barde-Rasch, einem Dorf in der Region Urumije, haben die Pasdaran nach einem Gefecht mit der bewaffneten kurdischen Organisation Peschwak die Felder der Bauern mit Kanonen beschossen. Später haben sie die Bauern gezwungen, zwischen einem Korridor der Pasdaran durchzugehen, und sie dabei mit dem Knüppel geschlagen. Einen Bauern namens Farhad Abdollahsade haben die Pasdaran dann erschossen, angeblich, weil er die Peschwak-Kämpfer mit Nahrung unterstützt haben soll. Seine Leiche banden sie an einen Jeep und fuhren ihn durchs Dorf. Angehörige der Bassidschi-Miliz traten die Leiche mit den Füßen. Die Beerdigung fand unter der Aufsicht der Pasdaran statt.

Es liegt nahe, dass der iranische Staat mit einer Politik des Mordes und der Leichenschändung keine Sympathien unter der kurdischen Bevölkerung gewinnt. So wird die Basis für einen Zerfall des Staates gelegt.


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